BZ am Sonntag: Zoff zwischen Berlins Lauf-Klubs - wie BLV und SCC Präsident Statzkowski (64) den zwei neuen Vereinen anbietet, in den Trikots von Gastvereinen zu laufen. Der Berlin-Marathon-Club SCC e.V. spielt eine Hauptrolle.

25.04.2021

Ein weiteres Highlight: Nachdem der Verein Berlin Charlottenburg Running e.V. am 16.04.2021 den Startpass für seine beste Athletin beim BLV einforderte, um bei demnächst wichtigen Nominierungsläufen starten zu können (was auch eine Aufnahme des Vereins in den Berliner Leichtathletik Verband bedeutet hätte), schlug der Wettkampfwart des BLV im Namen von BLV Boss Andreas Statzkowski vor, dass sie dies bei einem Gast-Verein machen könne. Lesen Sie den Artikel und die Entwicklungen nun bis zum 25.04.2021

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Zoff

Zwei neue Vereine ausgebremst - Zoff zwischen Berlins Lauf-Klubs

Seit Corona kämpfen Sportklubs ums Überleben. Jedes neue Mitglied sollte eigentlich ein Grund zur Freude sein. Doch sie kämpfen gegeneinander!

Die zwei neuen Vereine Berlin Charlottenburg Running (BCR/bis zu 40 Mitglieder) und Berlin Track Club (BTC/25 Mitglieder) stellten im Dezember beim Berliner Leichtathletik-Verband (BLV) einen Aufnahmeantrag, damit ihre Athleten bei Wettkämpfen starten dürfen. Deshalb entbrannte ein Streit mit einem der größten Berliner Vereine, dem Sport-Club Charlottenburg (SCC/7600 Mitglieder, 2959 in der Leichtathletik-Abteilung).

Laut Verbands-Satzung (§4, Absatz 2) kann ein Klub sofort in den BLV aufgenommen werden, wenn KEIN anderer Mitgliedsverein innerhalb von vier Wochen Einspruch erhebt.

Doch das tat der SCC!

Sebastian Stöckl (32), Vereins-Vorsitzender von Berlin Charlottenburg Running: „Warum der Einspruch? Was hat der SCC gegen uns?“

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Sebastian Stöckl (32), Vereins-Vorsitzender von Berlin
Charlottenburg Running (Foto: privat)

Geschäftsführer Andreas Hilmer auf Anfrage: „Tatsächlich hat der SCC e.V. Einspruch zunächst nur gegen die automatische Aufnahme verschiedener antragstellender Vereine in den BLV eingelegt, nicht generell gegen die Aufnahme dieser Vereine. Nur so kann das Für und Wider im Rahmen des Verbandstages diskutiert werden.“

Nun wird erst auf dem BLV-Verbandstag im Oktober, elf Monate (!) nach Antragstellung, über die Aufnahme der Klubs entschieden. Bedeutet: Die BTC- und BCR-Athleten können im Sommer nicht an Meisterschaften teilnehmen.

Hilmer im SCC-Newsletter vom April: „Es geht mir darum die Gesamtinteressen unseres Vereins zu schützen. Mit der Aufnahme in den BLV erhalten Vereine die Möglichkeit kostenfrei Sportanlagen zu nutzen. Wir sind bereits mehr als ausgelastet.“

Und er führt an: „Die beiden Vereine sind seit Jahren kommerzielle Betreiber von Laufangeboten, das kann kaum als gemeinnütziger Zweck angesehen werden.“

Stöckl: „Uns wird einfach unterstellt, dass wir kommerziell sind und wir uns Trainingszeiten auf Sportplätzen erschleichen würden. Dabei haben wir als Verein doch noch gar nicht losgelegt und bei unserem Antrag liegt ein Schreiben vom Finanzamt dabei, dass wir gemeinnützig sind!“

Einspruch ohne Erfolg

Ein Einspruch beim BLV und ein Offener Brief an BLV-Präsident Andreas Statzkowski (64) brachten nichts. Stöckl: „Es ist eine sehr unglückliche Situation, dass Herr Statzkowski ausgerechnet bei dem Verein auch Präsident ist, der den Einspruch eingelegt hat.“

BLV-Boss Andreas Statzkowski (2011 bis 2016 Berlins Sport-Staatssekretär) wehrt sich: „Der Vorwurf der Befangenheit und Ämterverstrickung geht völlig fehl und ich weise ihn deutlich zurück. Offensichtlich geht es um die Beschädigung meiner Reputation.“

Dazu holte sich der BLV Rechtsauskunft beim Vizepräsidenten für Rechts- und Satzungsfragen des Landessportbundes Eberhard Heck. Stöckl: „Herr Heck ist aber auch Vize-Präsident beim SCC. Das hat schon einen Beigeschmack.“

Auch bei SCC-Mitgliedern regt sich Unmut. Steffen Hanke (54), früheres Vorstandsmitglied der Leichtathletik- und Triathlon-Abteilung: „Hier wird auf dem Rücken zweier neuer Vereine von Seiten der SCC-Führung nicht sportlich fair vorgegangen. Das wirkt nicht nur auf mich, sondern auf viele Mitglieder sehr befremdlich und eigenmotiviert.“

Der BLV scheint um Schadensbegrenzung bemüht, bot beiden Vereinen Gast-Startrechte für ihre Athleten bei anderen Klubs an.

Stöckl: „Es ist sehr freundlich von den zwei Gastvereinen, dem BLV zu helfen, aber unser Ziel ist es ja nicht, in den blauen Trikots vom LAC oder den roten Hemden der LG Nord zulaufen. Wir wollen in unseren Trikots starten und aufgenommen werden.“

 
 
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